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Akademische Integrität verändert sich ebenso schnell wie die akademische Welt selbst – und das kontinuierlich. Neue Technologien und Ideen brachten schon immer neue Chancen und Herausforderungen mit sich.​

Doch in der Welt der Bildung stellen wir im Jahr 2018 fest, dass wir uns an einem Scheideweg befinden. Neue Lehrmethoden verändern schnell Lernmethoden und Lerninhalte der Studenten. Diese schnellen Entwicklungen werfen neue, schwerwiegende Fragen in Bezug auf die akademische Integrität auf, bei denen noch nicht einmal klar ist, wie sie angegangen werden können.​

Weltweit werden unterschiedlichste neue Tools eingeführt, doch einige besitzen mehr Nach- als Vorteile. Lehrkräfte müssen jetzt völlig neue Fragen berücksichtigen: Wie wirken sich diese Technologien auf den Lernprozess aus – sowohl in positiver als auch negativer Hinsicht? Welche Vorteile bieten diese Tools und wie können Studenten sie missbrauchen? Welche langfristigen Vorteile oder unvorhergesehenen Probleme bringen diese Technologien mit sich?​

Noch mehr als alle anderen Bereiche betrifft dies Online- und Fernschulungen.​

Die Herausforderungen von Online-Schulungen​

Zu den wichtigsten Veränderungen in der akademischen Landschaft der vergangenen Jahre gehörte die breite und allgemein anerkannte Einführung von Online-Schulungen.​

In den Vereinigten Staaten zum Beispiel, laut einer Umfrage der Babson Survey Research Group, gingen zwar die Anmeldungen bei privaten profitorientierten Schulen zurück, doch die Zahl der Online-Anmeldungen bei gemeinnützigen sowie öffentlichen Schulen wuchs, wobei gemeinnützigen privaten Schulen einen Zuwachs in den vergangenen drei Jahren um jährlich über 11 Prozent verzeichneten.

Derzeit belegen 25,8 Prozent aller College-Studenten mindestens einen Online-Kurs, wobei 12,5 Prozent ausschlieĂźlich Online-Kurse belegen. Das zeigt deutlich, dass Online-Kurse allgemein verbreitet und anerkannt sind.

Doch obgleich die Beliebtheit von Online-Kursen zugenommen hat, bleiben einige Lehrkräfte skeptisch: In einer anderen Babson-Umfrage sagten nur 29,1 Prozent der leitenden Lehrkräfte, dass „der Wert und die Legitimität von Online-Schulungen“ in ihrem Fachbereich anerkannt werden.

Dies liegt zum Teil an den wahrgenommenen oder realen Integritätsproblemen.

Es sind neue Services entstanden, bei denen Studenten Dritte dafĂĽr bezahlen, dass sie in ihrem Namen an den Online-Schulungen teilnehmen. AuĂźerdem gibt es groĂźe Sorgen in Bezug auf Betrugsversuche und Plagiate.

Doch selbst ohne diese bekannten Sorgen wirft die Tatsache, dass Studenten und Lehrkräfte sich nicht im selben Raum befinden, neue Integritätsprobleme auf. Während viele Schulen an Möglichkeiten arbeiten, die Identität der tatsächlichen Teilnehmer zu verifizieren, und hierfür VPNs und IP-Adressen aus dem Ausland blockieren, besteht noch erheblicher Handlungsbedarf.

Ebenso wie beim Aufkommen des Internets Ende der 1990er Jahre und der dadurch entstandenen Copy/Paste-Plagiatprobleme sind Online-Schulungen mit verschiedenen erheblichen Integritätsproblemen verbunden, für die es bis heute keine wirkliche Lösung gibt. Und das, obwohl solche Kurse immer mehr Verbreitung finden.

Plagiate gegen Geld

Diese Veränderungen bei den Integritätsproblemen betreffen jedoch nicht nur Online-Schulungen. Auch der Bereich der Plagiate befindet sich im konstanten Wandel.

Das große Thema der vergangenen Jahre sind sogenannte „Essay Mills“, also das Verfassen von Texten im Auftrag von Studenten durch Dritte. Sie erhalten an Schulen die größte Aufmerksamkeit und beschäftigt bereits Legislatur in Großbritannien, Neuseeland und Irland.

Auch wenn das Phänomen der Essay Mills bereits seit Jahren besteht, erlebte es in den vergangenen Jahren einen Wiederaufschwung. Dank des Internets ist es für Studenten heute deutlich einfacher, willige Autoren zu finden und zu kontaktieren, und insbesondere aufgrund der Angst vor Plagiaterkennungsdiensten wurden diese Services wiederbelebt.

Doch obgleich Essay Mills in die Schlagzeilen gelangen, machen sie nur einen geringen Teil der Fälle von Auftragstäuschung (engl. „contract cheating“) aus. In einer Umfrage gaben 10,4 Prozent der Studenten zu, bereits einen professionellen Service in Anspruch genommen zu haben, wovon 60,2 Prozent gaben an, auf aktuelle oder ehemalige Studenten zu setzen.

Unabhängig davon wird die Zunahme von Auftragstäuschung zum Teil durch den Erfolg von Plagiaterkennungstools verursacht. Da das Kopieren von fremdem Material bestraft wird, suchen Studenten, die unethische Abkürzungen nehmen wollen, nach anderen, weniger effizienten Möglichkeiten, das Schreiben von Arbeiten zu vermeiden.

Der Technologiewettlauf ist jedoch auch in diesem Bereich sehr aktiv. Früher in diesem Jahr gab Turnitin bekannt, dass das Unternehmen mit sieben Colleges zusammenarbeitet, um ein Tool zur Untersuchung der Urheberschaft zu erstellen, das genau auf Auftragstäuschung abzielt.

Der Bereich der Auftragstäuschung wird im Jahr 2018 und darüber hinaus wahrscheinlich eine große Rolle spielen.

Fazit

Letztendlich kann niemand dem technischen Fortschritt entgehen. Das betrifft auch die akademische Integrität.

In der akademischen Welt gibt es jedoch einen konstanten Trend: Schulen streben stets danach, die bestmögliche Bildung anzubieten, indem sie neue Technologien oder Neuerungen einführen – ohne lange über die Missbrauchsmöglichketen nachzudenken. Der schmerzhafte Kontakt mit der Realität kommt später.

Studenten sind bei der Suche nach Abkürzungen hingegen sehr kreativ, sodass die Gewährleistung der akademischen Integrität ein großes Spielfeld für Experimente ist. Studenten probieren Lösungen aus, geben erfolgreiche Strategien weiter und nutzen sie so lange, bis Schulen diese erkennen und unterbinden.

Ganz gleich, ob es um das Austauschen von Antworten in sozialen Medien, das Verwenden von Umschreibungstools oder das „Mieten“ professioneller Testteilnehmer geht: Studenten, die unter hohem Druck stehen oder sich nicht um Regeln scheren, bemühen sich sehr darum, ihre Arbeit an andere zu delegieren.

Die akademische Welt muss sich mit ihnen weiterentwickeln. Das gilt selbst dann, wenn Studenten auf ältere Techniken wie Essay Mills zurückgreifen. Diese Evolution wird jedoch nicht einfacher werden und die Geschwindigkeit neuer Technologieentwicklungen verlangsamt sich nicht.

Stattdessen müssen Lehrkräfte und Administratoren der Zeit voraus bleiben, sich in ihre Studenten hineinversetzen und noch vor der Implementierung einer Technologie potenzielle Missbrauchsmöglichkeiten berücksichtigen.

Dieser Ansatz ist sicherlich weder einfach noch zuverlässig, doch er verhindert, dass Schulen der nächsten großen Bedrohung für die akademische Integrität völlig unvorbereitet gegenüberstehen.